Makler oder privat verkaufen in Fellbach: Welche Lösung passt besser?
Wer in Fellbach eine Immobilie verkaufen möchte, steht früher oder später vor dieser Frage: Ist es sinnvoller, einen Makler zu beauftragen, oder lässt sich der Verkauf auch in Eigenregie stemmen? Beide Wege sind möglich. Aber sie unterscheiden sich erheblich – im Aufwand, im Risiko und in den Chancen, den Verkauf zu einem guten Ergebnis zu führen.
Fellbach ist kein einfacher Markt. Die Stadt liegt direkt an der Stuttgarter Stadtgrenze, hat eine gute Anbindung an den Nahverkehr und zieht seit Jahren Käufer an, die die Nähe zu Stuttgart schätzen, aber nicht bereit sind, Stuttgarter Preise zu zahlen. Das führt zu stabiler, teils hoher Nachfrage – und zu Preisen, bei denen ein Fehler im Verkaufsprozess schnell mehrere Zehntausend Euro kosten kann.
Dieser Ratgeber erklärt, welche Unterschiede zwischen Privatverkauf und Maklerverkauf in der Praxis entstehen, wann sich welche Variante lohnt und worauf Fellbacher Eigentümer besonders achten sollten, bevor sie eine Entscheidung treffen.
Das Wichtigste im Überblick
- Beim Privatverkauf entfällt die Provision, aber der Aufwand ist erheblich
- Ein Makler übernimmt Wertermittlung, Vermarktung, Besichtigungen und Verhandlung
- In Fellbach entscheiden lokale Marktkenntnisse oft darüber, welcher Preis realistisch ist
- Die Entscheidung hängt stark vom Zeitbudget, der Erfahrung und der Komplexität der Situation ab
- Wer zum ersten Mal verkauft, unterschätzt den administrativen Aufwand regelmäßig
Was ein Privatverkauf in Fellbach konkret bedeutet
Wer die eigene Immobilie ohne Makler verkauft, übernimmt alle Aufgaben selbst. Das klingt zunächst nach einer Einsparung – und eine Einsparung ist es grundsätzlich auch. Aber die Kehrseite ist ein erheblicher Zeit- und Wissensaufwand, der von vielen Eigentümern zu Beginn unterschätzt wird.
Zunächst braucht es eine realistische Preiseinschätzung. Das setzt voraus, dass der Eigentümer weiß, was vergleichbare Objekte in Fellbach zuletzt erzielt haben, wie sich die Lage innerhalb der Stadt auf den Wert auswirkt und welche Besonderheiten der eigenen Immobilie preisrelevant sind. Wer diesen Schritt überspringt oder sich auf das eigene Bauchgefühl verlässt, setzt den Angebotspreis häufig zu hoch oder zu niedrig an.
Preisfindung ohne Vergleichsdaten
Ein zu hoher Angebotspreis ist eines der häufigsten Probleme beim Privatverkauf. Die Immobilie bleibt wochenlang im Portal, Interessenten ziehen Rückschlüsse, das Objekt verliert an Attraktivität. Wer dann den Preis senkt, signalisiert ungewollt, dass mit der Immobilie etwas nicht stimmt – obwohl der Ausgangspreis schlicht falsch kalkuliert war.
Ein zu niedriger Preis hingegen verschenkt bares Geld. In Fellbach, wo gut gelegene Objekte eine starke Nachfrage erfahren, kann eine zu niedrige Ausgangsbewertung dazu führen, dass der Verkaufserlös deutlich unter dem liegt, was der Markt hergegeben hätte.
Für eine solide Preisfindung braucht es aktuelle Transaktionsdaten, eine Kenntnis der relevanten Lageunterschiede innerhalb von Fellbach und idealerweise eine professionelle Wertermittlung. Wer das nicht selbst leisten kann, sollte zumindest eine unabhängige Marktwerteinschätzung einholen, bevor er den Angebotspreis festlegt.
Exposé, Fotos und Inserate
Ein überzeugendes Exposé braucht professionelle Fotos, einen vollständigen Grundriss, alle relevanten Eckdaten und einen Text, der die Immobilie ehrlich und ansprechend beschreibt. Wer hier an der falschen Stelle spart, erhält weniger Anfragen und spricht häufig nicht die passenden Kaufinteressenten an.
Die Kosten für Inserate auf den großen Portalen kommen hinzu. Wer auf ImmoScout24 oder Immowelt inseriert, zahlt je nach Paket und Laufzeit zwischen einigen Hundert und über tausend Euro. Premium-Platzierungen, die für mehr Sichtbarkeit sorgen, kosten entsprechend mehr. Diese Kosten trägt beim Maklerverkauf der Makler.
Auch die Zeit für die Erstellung des Exposés, die Koordination von Fototerminen und die laufende Pflege des Inserats ist nicht zu unterschätzen. Wer beruflich voll eingespannt ist, merkt schnell, dass der Aufwand am Feierabend anfällt.
Anfragen, Besichtigungen und Koordination
Nach der Veröffentlichung beginnen Anfragen. Nicht alle Interessenten sind ernsthaft, nicht alle sind bonitätsstark, und nicht alle passen als Käufer zur Immobilie. Wer ohne Erfahrung jeden Interessenten zu einer Besichtigung einlädt, verbringt viele Stunden mit Terminen, die zu keinem Abschluss führen.
Besichtigungen vorbereiten, Termine koordinieren, Rückfragen beantworten, Unterlagen bereitstellen – das alles braucht Zeit. Wer mehrere Besichtigungen pro Woche ermöglichen möchte und gleichzeitig berufstätig ist, kommt schnell an Grenzen. Der Zeitaufwand für einen Privatverkauf liegt erfahrungsgemäß bei mehreren Dutzend Stunden über den gesamten Prozess verteilt.
Verhandlungen und Kaufvertrag
Sobald ein ernsthafter Interessent gefunden ist, beginnen die Verhandlungen. Wer selbst betroffen ist, verhandelt anders als ein neutraler Vermittler. Persönliche Bindungen an die Immobilie, der Wunsch nach schnellem Abschluss oder Unsicherheit über den fairen Preis können dazu führen, dass mehr nachgegeben wird als nötig – oder umgekehrt, dass Verhandlungen scheitern, die mit etwas mehr Flexibilität zu einem Abschluss hätten führen können.
Beim Kaufvertrag selbst ist ein Notar Pflicht. Der Notar beurkundet den Vertrag und prüft die rechtliche Seite. Wer als Privatverkäufer den Weg von der ersten Anfrage bis zum Notartermin begleitet, muss ein gutes Verständnis für Fristen, Dokumente und Abläufe mitbringen. Fehler in dieser Phase können Verzögerungen, Streitigkeiten oder in seltenen Fällen auch das Scheitern des Verkaufs bedeuten.
Was ein Makler in Fellbach leistet
Ein lokaler Makler kennt den Fellbacher Markt aus der täglichen Praxis. Er weiß, welche Lagen und Objekttypen im Moment besonders gefragt sind, welche Käuferschichten aktiv suchen und wo Verhandlungsspielraum besteht. Dieses Wissen lässt sich nicht aus einem Onlineportal ableiten – es entsteht aus vielen abgeschlossenen Transaktionen und der Kenntnis der lokalen Nachfrage.
Wertermittlung und Preisstrategie
Die meisten Makler bieten eine kostenlose Marktwerteinschätzung an. Diese basiert auf aktuellen Vergleichstransaktionen, Lageanalysen und der Kenntnis des lokalen Nachfragedrucks. In Fellbach – mit seiner Stuttgarter Nähe, dem Mix aus gewachsenem Bestand und neueren Wohngebieten und einer Käuferschaft, die häufig aus dem Stuttgarter Raum kommt – ist diese Einschätzung wertvoller als eine pauschale Online-Schätzung.
Ein erfahrener Makler berät auch zur Preisstrategie: Ist es sinnvoller, knapp unter einem psychologisch wichtigen Preispunkt anzubieten? Gibt es für dieses Objekt eher einen Bieterkreis oder einen direkten Käufer? Ist der Markt gerade aufnahmebereit oder zögerlich? Diese Einschätzungen fließen in die Vermarktung ein.
Vermarktung, Netzwerk und Reichweite
Etablierte Makler verfügen häufig über einen aktiven Interessentenpool. Das bedeutet, dass ein Objekt bisweilen noch vor dem öffentlichen Inserat an vorgemerkten Käufern angeboten werden kann. In einem Markt mit hoher Nachfrage wie Fellbach führt das gelegentlich zu einem schnelleren Abschluss als der klassische Portalweg.
Der Makler übernimmt die Erstellung des Exposés, professionelle Fotos, die Kommunikation mit Interessenten und die Koordination von Besichtigungen. Der Eigentümer muss lediglich für Besichtigungstermine erreichbar sein oder dem Makler Zutritt ermöglichen.
Verhandlungsführung und Käuferprüfung
Ein Makler agiert als Mittelsmann. Er kann Verhandlungen führen, ohne emotional involviert zu sein, und kennt die typischen Taktiken: Welche Einwände sind taktischer Natur, welche sind ernst gemeint? Außerdem prüft er Ernsthaftigkeit und Bonität von Interessenten, bevor wertvolle Verhandlungszeit investiert wird. Wer nach einem langen Prozess feststellt, dass der Käufer keine Finanzierungszusage erhält, hat Zeit und Energie verloren.
Koordination bis zum Notartermin
Der Weg vom Kaufangebot bis zum beurkundeten Kaufvertrag ist mit mehreren Schritten verbunden: Abklärung von Finanzierungsbestätigungen, Aufsetzen des Kaufvertragsentwurfs in Abstimmung mit dem Notar, Klärung offener Fragen zu Grundbuch, Lasten und Übergabe. Ein Makler begleitet diesen Prozess und sorgt dafür, dass keine wichtigen Punkte übersehen werden.
Was ein Makler kostet – und wer zahlt
Die Maklerprovision ist bei privaten Wohnimmobilien seit der gesetzlichen Neuregelung im Jahr 2020 klarer geregelt. Wer den Makler beauftragt und dieser für beide Seiten tätig ist, wird die Provision zu gleichen Teilen mit dem Käufer geteilt. Eine vollständige Verlagerung auf den Käufer ist bei dieser Konstellation nicht mehr möglich.
Üblich sind Gesamtprovisionen zwischen 5,95 und 7,14 Prozent des Kaufpreises inklusive Mehrwertsteuer. Bei einem Verkaufspreis von 700.000 Euro – in Fellbach für ein gut erhaltenes Einfamilienhaus durchaus realistisch – ergibt sich für den Verkäufer ein Provisionsanteil von rund 20.000 bis 25.000 Euro.
Diese Kosten stehen der Frage gegenüber, ob ein guter Makler durch einen realistischen Angebotspreis, schnelleren Abschluss, bessere Käuferauswahl und geringere Fehlerquote unter dem Strich mehr herausholt als er kostet. Das lässt sich pauschal nicht beantworten – es hängt von der Immobilie, dem Marktmoment und dem konkreten Makler ab.
Wann lohnt sich der Privatverkauf?
Es gibt Situationen, in denen ein Privatverkauf sinnvoll sein kann. Das gilt vor allem dann, wenn mehrere der folgenden Punkte zutreffen:
- Es gibt bereits einen konkreten Interessenten aus dem privaten Umfeld, etwa aus der Familie oder dem Bekanntenkreis
- Die Immobilie liegt in einer sehr gefragten Lage und findet erfahrungsgemäß schnell Käufer
- Es ist ausreichend Zeit und Bereitschaft vorhanden, sich intensiv mit dem Prozess zu befassen
- Vorerfahrung aus früheren Immobilienverkäufen besteht
- Die Immobilie ist klar und unproblematisch: keine komplizierten Eigentumsverhältnisse, keine offenen Lasten, keine Mietverhältnisse, keine größeren Sanierungspflichten
- Der Kaufpreis ist vergleichsweise niedrig, sodass der relative Provisionsanteil stärker ins Gewicht fällt
Wer diese Punkte ehrlich bewertet und feststellt, dass mehrere davon zutreffen, kann den Privatverkauf ernsthaft in Betracht ziehen. Die Entscheidung sollte dann aber auf einer soliden Vorbereitung basieren und nicht auf der Hoffnung, dass der Prozess schon irgendwie läuft.
Wann ist ein Makler die bessere Wahl?
In vielen Situationen überwiegen die Vorteile eines Maklers. Das gilt insbesondere dann, wenn:
- Wenig Zeit für Besichtigungen, Anfragen und Koordination vorhanden ist
- Der Verkauf zum ersten Mal stattfindet und Unsicherheit über den Ablauf besteht
- Eine realistische Einschätzung des Marktwerts fehlt
- Emotionaler Abstand zur Immobilie fehlt und die Gefahr von Fehlentscheidungen in Verhandlungen besteht
- Komplizierte Verhältnisse vorliegen: Erbschaft, Scheidung, Nießbrauch, offene Sanierungsthemen oder laufende Mietverhältnisse
- Die Immobilie in einem Segment liegt, das besondere Käufergruppen anspricht und ein gezieltes Netzwerk erfordert
- Diskretion gewünscht ist, also kein öffentliches Inserat auf Portalen erscheinen soll
Für die meisten Eigentümer, die zum ersten Mal verkaufen und beruflich voll eingespannt sind, ist ein Makler die sicherere Wahl. Nicht weil der Privatverkauf unmöglich wäre, sondern weil die Fehlerquellen zahlreich sind und ein Fehler im Prozess unter Umständen mehr kostet als die Provision.
Der Fellbach-Faktor: Warum der lokale Markt die Entscheidung beeinflusst
Fellbach ist kein homogener Markt. Innerhalb der Stadt unterscheiden sich Lagen deutlich voneinander. Die Nähe zu den Stuttgarter Stadtteilen Untertürkheim und Obertürkheim, die S-Bahn-Verbindungen Richtung Stuttgart und Schorndorf, die Lage an den Weinberghängen, die Entfernung zur Innenstadt und die Ausrichtung des Objekts – all das hat messbaren Einfluss auf Nachfrage und erzielbaren Preis.
Wer als Privatverkäufer diese Feinheiten nicht kennt, riskiert einen unpassenden Angebotspreis. Ein zu hoher Preis führt zu langen Vermarktungszeiten, was in einem aktiven Markt ein Signal setzt, das sich nur schwer korrigieren lässt. Potenzielle Käufer fragen sich, warum die Immobilie so lange angeboten wird, und spekulieren auf verborgene Probleme.
Preisniveau in Fellbach – ein grober Überblick
Fellbach liegt mit seinen Immobilienpreisen in der erweiterten Stuttgarter Marktzone. Eigentumswohnungen bewegen sich je nach Lage, Baujahr und Ausstattung grob zwischen 3.500 und 5.500 Euro pro Quadratmeter. Neubauten oder kernsanierte Objekte in begehrten Lagen liegen entsprechend höher. Freistehende Häuser erreichen je nach Grundstücksgröße, Zustand und Lage häufig Preise von 600.000 Euro und aufwärts.
Diese Werte sind grobe Orientierungspunkte. Der tatsächliche Marktwert einer konkreten Immobilie hängt von ihren spezifischen Eigenschaften ab und sollte auf Basis aktueller Vergleichsdaten ermittelt werden. Eine professionelle Einschätzung ersetzt keine Schätzung aus dem Bauchgefühl oder aus dem Vergleich mit Inseraten, die den Angebotspreis zeigen, aber nicht den tatsächlichen Abschluss.
Käuferstruktur und Nachfragedynamik
Fellbach zieht vor allem Käufer an, die in Stuttgart arbeiten, dort aber nicht kaufen können oder wollen. Die S-Bahn-Verbindungen machen die Stadt attraktiv für Berufstätige, Familien schätzen die ruhigere Wohnumgebung und das Preis-Lage-Verhältnis. Diese Käuferstruktur ist relativ stabil und weniger konjunkturabhängig als in reinen Anlegermärkten.
Gleichzeitig bedeutet das, dass Objekte in schlechten Lagen oder mit erheblichem Sanierungsbedarf auch in Fellbach nicht von alleine verkauft werden. Der Markt ist aktiv, aber selektiv. Wer das bei der Vermarktung nicht berücksichtigt, verliert Zeit.
Häufige Fehler beim Privatverkauf in Fellbach
Wer den Privatverkauf versucht, macht oft ähnliche Fehler – unabhängig davon, wie gut vorbereitet er ist.
Zu hoher Angebotspreis durch emotionale Bewertung. Eigentümer schätzen ihre Immobilie häufig höher ein als der Markt. Das ist nachvollziehbar – sie kennen die Geschichte des Hauses, die Renovierungen, die Arbeit, die sie investiert haben. Der Markt honoriert diese Geschichte nicht. Eine zu lange Vermarktungszeit drückt den Enderlös häufig stärker als eine realistische Ausgangsbewertung.
Mangelhaftes Exposé und schlechte Fotos. Schlechte Fotos, unvollständige Angaben oder ein unprofessionell wirkender Text schrecken Interessenten ab, bevor sie die Immobilie ernsthaft in Betracht ziehen. Erste Eindrücke entstehen online – dort zählen Bilder und Beschreibung mehr als die tatsächliche Qualität der Immobilie.
Anfragen nicht ausreichend qualifiziert. Nicht jeder, der eine Besichtigung wünscht, ist ein ernsthafter Käufer. Ohne Erfahrung in der Einschätzung von Interessenten werden viele Termine vereinbart, die nicht zu einem Abschluss führen. Das kostet Zeit und kann frustrierend sein.
Keine ausreichende Bonitätsprüfung. Wer nach einem langen Verhandlungsprozess feststellt, dass der Käufer keine Finanzierungszusage erhält, hat wertvolle Zeit verloren und den Marktmoment möglicherweise verpasst. Makler klären diesen Punkt in der Regel früh im Prozess.
Unvollständige Unterlagen. Für einen Immobilienverkauf werden zahlreiche Dokumente benötigt: Grundbuchauszug, Energieausweis, Baupläne, bei Wohnungen die Teilungserklärung und aktuelle Nebenkostenabrechnung, bei vermieteten Objekten die Mietverträge. Wer diese Unterlagen nicht vollständig vorliegen hat, verzögert den Prozess und wirkt auf Käufer unprofessionell.
Unterschätzter Zeitaufwand. Viele Eigentümer beginnen den Privatverkauf mit dem Plan, es neben dem Beruf zu stemmen. In der Praxis summiert sich der Aufwand schnell auf mehrere Dutzend Stunden: Vorbereitung, Kommunikation, Besichtigungen, Nachbereitung, Beantwortung von Rückfragen, Bankgespräche mit Interessenten. Wer das unterschätzt, führt den Prozess unter Zeitdruck und macht dabei häufiger Fehler.
Was Eigentümer vor der Entscheidung klären sollten
Wer in Fellbach verkaufen möchte und noch unsicher ist, welcher Weg der richtige ist, sollte sich einige Fragen ehrlich beantworten.
Wie viel Zeit kann ich realistisch investieren? Besichtigungen, Anfragen, Abstimmungen, Notartermin und die vielen kleinen Aufgaben dazwischen brauchen Stunden. Wer das nicht einplanen kann, wird den Prozess als belastend empfinden und häufig zu Kompromissen neigen, die nicht nötig wären.
Kenne ich den Markt gut genug für eine realistische Preisentscheidung? Das eigene Bauchgefühl ist kein verlässlicher Preisanker. Wer den Markt nicht kennt, sollte sich zumindest eine professionelle Marktwerteinschätzung holen – viele Makler bieten diese kostenlos und unverbindlich an.
Habe ich Erfahrung in Verhandlungen? Kaufverhandlungen folgen eigenen Regeln. Wer selten verhandelt, gibt häufig mehr nach als nötig oder verliert Interessenten durch unnötige Härte. Wer hingegen beruflich regelmäßig verhandelt, bringt diese Kompetenz mit.
Wie komplex ist die Situation? Gibt es eine Erbengemeinschaft, ein Wohnrecht, ein laufendes Mietverhältnis, offene Baugenehmigungen oder sanierungspflichtige Elemente? Je mehr Komplexität, desto größer ist der Wert fachkundiger Unterstützung.
Wie wichtig ist Diskretion? Manche Eigentümer möchten nicht, dass der Verkauf öffentlich bekannt ist – für Nachbarn, Kollegen oder Mieter. Ein Makler kann eine Immobilie auch ohne öffentliches Portal vermarkten und den Kreis der Eingeweihten bewusst klein halten.
Wie Eigentümer jetzt sinnvoll vorgehen
Wer sich noch nicht entschieden hat, sollte keinen voreiligen Schritt in eine Richtung machen. Der erste sinnvolle Schritt ist unabhängig von der späteren Entscheidung: eine realistische Einschätzung des Marktwertes einholen.
Das liefert zwei wichtige Erkenntnisse: Erstens einen Preisanker, an dem sich jede weitere Planung orientieren kann. Und zweitens die Möglichkeit, einen Makler in der Praxis kennenzulernen, seine Ortskenntnis einzuschätzen und zu beurteilen, ob eine Zusammenarbeit in Frage kommt.
Wer sich für den Privatverkauf entscheidet, sollte danach mit der Unterlagenzusammenstellung beginnen: Grundbuchauszug, Energieausweis, Baupläne, Versicherungsnachweise, bei Wohnungen die Teilungserklärung und Protokolle der Eigentümerversammlungen. Je vollständiger die Vorbereitung, desto schneller und reibungsloser läuft der Prozess ab.
Wer einen Makler beauftragt, sollte mehrere Gespräche führen und konkret nachfragen: Wie wird vermarktet? Was ist die Preisstrategie? Welche Erfahrung besteht speziell in Fellbach? Wer die Provision zahlt und wie der Vertrag aussieht, gehört ebenfalls zu den Punkten, die vor der Beauftragung geklärt sein sollten. Ein seriöser Makler beantwortet diese Fragen offen und ohne Druck.
Die richtige Entscheidung zwischen Makler und Privatverkauf gibt es nicht in allgemeiner Form. Sie ergibt sich aus der konkreten Situation, dem Objekt, dem Zeitbudget und der eigenen Einschätzung. Wer sich diese Fragen stellt, trifft die Entscheidung auf einer Grundlage, die mehr wert ist als ein spontaner Entschluss.
FAQ: Häufige Fragen von Eigentümern
Was kostet ein Makler beim Immobilienverkauf in Fellbach?
Die Maklerprovision liegt bei privaten Wohnimmobilien üblicherweise bei insgesamt 5,95 bis 7,14 Prozent des Kaufpreises inklusive Mehrwertsteuer. Seit der gesetzlichen Neuregelung im Jahr 2020 gilt, dass bei einem Makler, der für beide Seiten tätig ist, die Provision zu gleichen Teilen aufgeteilt wird. Den genauen Betrag und die Aufteilung regelt der Maklervertrag.
Kann ich in Fellbach ohne Makler einen guten Preis erzielen?
Das ist möglich, setzt aber gute Marktkenntnisse, ausreichend Zeit und Verhandlungsgeschick voraus. In einem nachgefragten Markt wie Fellbach finden sich auch beim Privatverkauf Käufer. Die Herausforderung liegt weniger darin, jemanden zu finden, als darin, den richtigen Preis zu setzen und den Prozess sicher zu einem guten Abschluss zu führen.
Was passiert, wenn der Angebotspreis zu hoch angesetzt wird?
Die Immobilie bleibt länger im Markt. Das erzeugt bei Interessenten ein Misstrauenssignal: Warum wurde das Objekt noch nicht verkauft? In der Praxis führt das häufig dazu, dass der Preis stärker reduziert werden muss, als es bei einem von Anfang an realistischen Preis nötig gewesen wäre. Ein langer Marktauftritt schadet dem Verkaufserlös regelmäßig mehr als ein niedrigerer Ausgangspreis.
Brauche ich einen Energieausweis beim Immobilienverkauf?
Ja. Der Energieausweis ist beim Verkauf einer Immobilie gesetzlich vorgeschrieben und muss spätestens bei der Besichtigung vorgelegt werden können. Wer keinen hat, kann ihn bei einem zugelassenen Energieberater beantragen. Ohne Energieausweis kann die Vermarktung nicht ordnungsgemäß stattfinden, und es drohen im schlimmsten Fall Bußgelder.
Wie lange dauert ein Immobilienverkauf in Fellbach im Schnitt?
Das hängt von Objekttyp, Lage, Preis und Vermarktungsstrategie ab. Gut vorbereitete und realistisch bepreiste Objekte finden in Fellbach häufig innerhalb weniger Wochen einen Käufer. Der Weg vom Kaufangebot bis zum Notartermin dauert in der Regel vier bis acht Wochen. Falsch bepreiste oder mangelhaft vermarktete Objekte können deutlich länger im Markt bleiben.
Darf ich gleichzeitig mit einem Makler und privat inserieren?
Das hängt vom Maklervertrag ab. Bei einem Alleinauftrag ist das in der Regel nicht erlaubt – der Makler erhält das ausschließliche Vermarktungsrecht für die vereinbarte Laufzeit. Bei einem einfachen Maklerauftrag ohne Alleinauftrag ist ein paralleles Privatinserat möglich, kann aber zu Konflikten führen, wenn unklar ist, über wen ein Käufer zuerst auf die Immobilie aufmerksam wurde. Diese Punkte sollten vor der Beauftragung klar geregelt sein.